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Shutter Island

Shutter IslandUnheil braut sich über Shutter Island zusammen, als U.S. Marshal Teddy Daniels und sein Partner Chuck Aule im Jahre 1954 zu der von Klippen umgebenen Insel übersetzen. Im Ashcliffe Hospital, einem Hochsicherheitsgefängnis für geisteskranke Straftäter, sollen die Ermittler eine aus ihrer Zelle verschwundene Mörderin namens Rachel Solando aufspüren. Was verbirgt der undurchsichtige Anstaltsleiter Dr. Cawley hinter seiner freundlichen Fassade? Wer ist „67“, nach dem ein in der Zelle der Verschwundenen versteckter Zettel fragt? Mit dem stürmischen Himmel verdüstern sich Teddys Befürchtungen. Er vermutet einen inoffiziellen Gefangenen in der Anstalt, dessen Existenz die Leitung um jeden Preis geheim halten will.

Führt der deutsche Arzt Dr. Naehring geheime neurologische Experimente an den Insassen durch? Umso näher sie dem Geheimnis der Insel kommen, umso bohrender werden Teddys Kopfschmerzen. Trügt die humanitäre Atmosphäre im Ashcliffe Hospital oder trügen ihn seine Sinne? Trugbilder und bedrohliche Visionen beginnen Teddy zu quälen. Eine grässliche Ahnung steigt in ihm auf: Ist er selbst Opfer der neurologischen Manipulationen geworden? Um die Antwort zu finden, muss er in das düstere Herz von Shutter Island vordringen: Trakt D, wo die schwersten Fälle von Geisteskrankheit eingesperrt sind.
Meinung

Shutter Island Filmkritik

„Shutter Island“ ist der letzte Halt am Abgrund des Wahns. Unaufhaltsam führt Regisseur Martin Scorsese den Zuschauer mit seinem Hauptcharakter näher an dessen gähnendes Dunkel. Dass sie sich im Malstrom des Irrsinns befinden, erkennen beide zu spät. Früh deutet sich in scheinbar beiläufigen Szenen an, was in „Shutter Island“ vor sich geht. Ist Scorseses Berlinale-Beitrag nur ein geschickt inszenierter Unterhaltungsfilm, wie es bei den außer Konkurrenz laufenden Wettbewerbsfilmen häufig der Fall ist, aufgenommen in den Wettbewerb, um die Stars Ben Kingsley, Leonardo DiCaprio und den Kult-Regisseur selbst auf das Festival zu locken? Nein, denn Scorsese erweist sich in seinem Thriller als ebenso bewanderter Analytiker seiner Charaktere sowie seiner Zuschauer. Er habe die Filmgeschichte verwandt, um seine Handlung aus der Perspektive Teddys zu erzählen, erklärt der Regisseur auf der Pressekonferenz. Diese gezielt eingesetzten kinematischen Referenzen führen den Zuschauer bewusst in die Irre, indem sie ihn bis zuletzt in der Sicherheit wiegen, den Plot längst durchschaut zu haben. Ein Ermittler mit traumatischer Vergangenheit, sein verlässlicher Partner, eine entflohene Mörderin. Der Schauplatz: eine unheimliche Nervenklinik für kriminelle Schwerverbrecher auf einer einsamen Insel. Bekannte Genre-Elemente zahlloser Horror-Thriller? All das hat man schon gesehen. Nur wo? Nirgendwo, denn „Shutter Island“ hat sein eigenes grausiges Geheimnis – verstörender als konventionelle Psychothriller.

„Shutter Island“ ergründet die Irrwege des menschlichen Geistes und die Grausamkeiten, zu denen er fähig ist. Der historische Kontext, in welchen Scorsese den biografischen Hintergrund seines Hauptcharakters einbettet, droht, die Handlung zu überfrachteten, betont jedoch das Perfide des gegenwärtigen Systems. Der Schrecken von „Shutter Island“ ist der jenes Systems. „Es ist ein kafkaesker Geniestreich.“, sagt eine Patientin über die Vorgänge auf „Shutter Island“. Kafkaesk sind die labyrinthartigen Gänge der Anstalt, die wie auf einem real gewordenen Gemälde M.C. Eschers die Wahrnehmung zu überlisten scheinen, die sich auf unheimliche Weise verschiebenden Raumebenen der Anstalt, das als Metapher für den seelischen Zustand der Hauptfigur fungierende Wetter. Das Ende jedoch ist caligaresk. Ben Kingsley mag recht haben, als er auf der Pressekonferenz sagt, Scorsese sei der Intelligenteste im Raum.

Seine Intelligenz ließ den Regisseur auf eine beruhigende Bestätigung der staatlichen Institution auf „Shutter Island“ verzichten. Niemandem ist zu trauen: Nicht dem Gesetz, nicht der Medizin, am wenigsten der eigenen Wahrnehmung.

„Shutter Island“ zieht die Schraube um eine letzte Drehung an und entlässt das Publikum mit zwei quälenden Fragen. Eine von ihnen wird offen gestellt: „Ist es besser, als ein Ungeheuer zu leben, oder als ein guter Mensch zu sterben?“ Verstörender ist die Frage, welche sich unausgesprochen mit der letzten aus tiefer humanitärer Überzeugung verübten Geste des Arztes stellt: Wer ist das Monster?

Hintergründe zu Shutter Island

Erscheinungsjahr: 2010 in den USA
Länge: 138 min
FSK: ab 16
Regie: Martin Scorsese
Buch: Laeta Kalogridis
Schauspieler: Zeddy Daniels = Leonardo DiCaprio, Chuck Aule = Mark Ruffalo, Rachel Solando = Emily Mortimer, Dr. Cawley = Ben Kingsley, Dr. Naehring = Max von Sydow, Dolores = Michelle Williams
Produktion: Joseph Reidy, Emma Tillinger, Amy Herman

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Kategorie: Horrorfilme

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